Antiquitäten und Silber Kunst – gab es bekannte Silber hersteller bzw. Künstler?

Traditionell obliegt die Verarbeitung von Silber den Goldschmieden, was zugleich auch darauf hinweist, dass Silber immer im Schatten des edlen Goldes gestanden hat – und heute noch steht. Warum sonst gäbe es keine Silberschmiede, sondern Goldschmiede, die auch Silber verarbeiten? Wagt man den Blick zurück in vergangene Tage wie z.B. zur Zeit der Renaissance, dann stellt man fest, dass zahlreiche Silberkunstwerke von den Allroundgenies ihrer Zeit geschaffen wurden. So fertigte der berühmt-berüchtigte Benvenuto Cellini außer der berühmten Statue des Perseus mit dem Haupt der Medusa viele Gold- und Silberschmiedearbeiten. Auch verstand er sich vorzüglich auf die Münzfertigung. In seiner Riege finden sich auch Namen wie Albrecht Dürer der Ältere, Jamnitzer, Jakob Biller und Johann Heinrich Weyhe. Nach dem 30jährigen Krieg blühte vor allem das Augsburger Gold- und Silberschmiedehandwerk auf.

Beschauzeichen – absolut wichtig für die Herkunftsbestimmung der Silber Kunst

Für den Liebhaber bietet die Literatur reichlich Gelegenheit sich über Marken, berühmte Künstler und Dynastien von Gold- beziehungsweise Silberschmieden zu informieren. Beim Sammeln von Silber ist es unerlässlich zumindest die gängigen Marken, Punzen und Beschauzeichen zu kennen, um ein Stück zuzuordnen. So ist beispielsweise der Pinienzapfen das Beschauzeichen der Stadt Augsburg. Die staatliche Punzierungspflicht wird in deutschen Landen im Jahr 1888 eingeführt und weist auch den Tausendstel Gehalt aus. Die Namen Fabèrge, Germain, Cartier, und Reinhold Vasters gelangten im 19. Jahrhundert zu Ruhm. Reinhold Vasters erwies sich obendrein noch als genialer Fälscher von Renaissancekunst. Die Zuordnung eines Stückes zu einer Produktionsstätte oder einem Künstler, erhöht natürlich den finanziellen als auch den kulturhistorischen Wert der Realie.