Silber Beschauzeichen

Dass man Meissner Porzellan an dem Stempel unter dem Boden des Tellers oder der Tasse erkennen kann, weiß heutzutage fast jeder, der sich mit Antiquitäten beschäftigt. Woran man allerdings den Wert von Silberkunstwerken erkennt ist selbst für viele Sammler ein Buch mit sieben Siegeln.

Beschauzeichen: das Gütesiegel des Silberschmieds

Was beim Porzellander Stempel ist , ist bei Silber das sogenannte Beschauzeichen. Im Mittelalter war es üblich, dass von einem Beschaumeister eine Stanzung vorgenommen wurde. Diese war das Zeichen der Stadt, die Stadtmarke oder eine Feingehaltsmarke. Manchmal wurde auch das Zeichen der Zunft der Silberschmiede oder ein eigenes Zeichen des Künstlers verwandt.

Die vom Beschaumeister als amtlich bestelltem Prüfer vergebenen Beschauzeichen galten und gelten bis heute als Gütesiegel des Silberschmiedes. Sie sind die Garantie für die ordnungsgemäße Qualität des verwendeten Silbers. Insbesondere antike Silbergegenstände aus England wurden genauestens durch die Beschauzeichen kategorisiert. Sie weisen immer 4 verschiedene Stanzungen auf. Die Essay Marke, welche den Sterling Standard symbolisiert, die Town Marke, welche für den Herkunftsort steht, die Datumsmarke für das Herstellungsjahr und die Herstellermarke als Markenzeichen des Silberschmiedes.

Klassifizierung manchmal schwierig

An Hand dieser Marken lassen sich heute Alter und Herkunft des Silbergegenstandes bestimmen. Meist sind die Beschauzeichen im Korpus des Silberstückes zu finden. Gelegentlich gab es allerdings auch Kunstgegenstände, bei denen die Beschauzeichen als Siegel angehängt wurden. Daher ist bei einigen alten Stücken, die genaue Klassifizierung schwierig, weil die Siegel über die Jahre verloren gegangen sind.